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Lange wurden die NS-Verbrechen Zwangssterilisationen, „Kindereuthanasie“, T4-Aktion, „Wilden Euthanasie“, Sonderbehandlung 14f13 verschwiegen, vertuscht, vergessen. Nach 1945 wurden die Opfer lange nicht als NS-Opfer anerkannt, Überlebende und Angehörige von Opfern weiter diskriminiert. Erst sehr spät kam es zu vereinzelten geringen Entschädigungen und Opferrenten.
Strafverfolgungen fanden nach 1945, wenn überhaupt, nur sehr halbherzig statt und Massenmörder*innen kamen oft mit unerklärlichen niedrigen Gefängnisstrafen davon, die sie selten im vollen Umfang absitzen mussten. Berufsverbote für Ärzte und Pflegekräfte wurden nicht ausgesprochen, sodass Täter*innen bald wieder unbehelligt mit Menschen arbeiten konnten, die sie vorher kaltblütig umgebracht hatten.
Wir bemühen uns, endlich auch die NS-Opfer der „Euthanasie“ dem Vergessen zu entreißen, ihnen ihre Namen und Würde zurückzugeben.
Beispielsweise wurden in Weiden die jüdischen Opfer von der Gesellschaft christlich-jüdische Zusammenarbeit Weiden e.V. gut recherchiert und in der Stadt 62 Stolpersteine für sie verlegt. Das ist gut und eine wichtige Erinnerungsarbeit.
Die zweitgrößte Verfolgtengruppe in Weiden waren die „Euthanasieopfer“. Für diese 25 NS-Opfer sucht man bisher in Weiden vergeblich einen Stolperstein. Über diesen Menschen liegt immer noch Verdrängung und Scham. Eigentlich gibt es nur einen einzigen Grund zur Scham: dass diese Menschen bis jetzt vergessen wurden. Dafür muss man sich wirklich schämen.
Wir sehen es als unsere Aufgabe, langfristig dieser Menschen zu gedenken und für sie sichtbare Zeichen zu setzen. Bis jetzt konnten wir leider nur einzelne Schicksale klären. Für jeden Hinweis und Informationen zu Euthanasie-Opfern sind wir sehr dankbar.
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