Gottlieb Linz / Stadtarchiv Weiden

Gottlieb Linz wurde 1891 in Nürnberg geboren und kam mit seiner Familie als Fünfjähriger nach Weiden. Als gelernter Schreiner arbeitete er als Oberwerkmeister im Eisenbahnausbesserungswerk. Er war in Weiden bekannt als überzeugter Sozialdemokrat. Während der Nazizeit leistete er Widerstand. Das dürfte den Nazis nicht entgangen sein und man muss davon ausgehen, dass sie ihn beobachteten.

 

Wenig bekannt ist, dass er insgesamt zweimal Rosa Hoffmann im Keller seines Hauses im Hammerweg versteckte, obwohl ihm bekannt war, welch großes persönliches Risiko er einging.

 

Nach 1945 war Linz maßgeblich am politischen Neubeginn in Weiden, dem Wiederaufbau der Stadtverwaltung und der Wirtschaft beteiligt, leitete zusammen mit Nikolaus Rott die Wiedergründung der SPD, war durch die US-Kommandantur ab 1945 ebenfalls Berater von dem ersten Nachkriegs-Oberbürgermeister Dr. Joseph Pfleger und ab 1948 Stadtrat. Außerdem saß er lange im Aufsichtsrat der Sparkasse.

 

Gottlieb Linz war ein bekannter und beliebter Politiker. Als er plötzlich 1964 starb, wurde er im Nachruf in den höchsten Tönen gelobt. Über seinen Einsatz zur Rettung von Rosa Hoffmann wurde kein Wort verloren. Das passte leider zur jahrzehntelangen fehlenden Bereitschaft zur Aufarbeitung der Nazizeit und dem Holocaust.

 

 

 

 

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