Nikolaus Rott, geboren 1891, war Eisenbahner, überzeugter Sozialdemokrat und Gewerkschafter. Nach dem Ende des I. Weltkrieges wurde er nach München als Rüstungsschlosser abkommandiert. 1919, nach der Ermordung Kurt Eisners, kehrte Nikolaus Rott nach Weiden zurück. Bis 1933 war er Vorarbeiter im Bahnbetriebswerk, Hauptbetriebsrat, SPD-Stadtrat, Schöffe und ein geachteter Bürger. Das änderte sich schlagartig mit der Machtübernahme durch die Nazis. Er wurde aus allen Ehrenämtern entfernt und entlassen.

 

Nikolaus Rott wurde nicht verhaftet und wie andere Sozialdemokraten in ein KZ gesteckt. Es kann nur vermutet werden, dass ihn seine Bekanntheit schützte, obwohl er seiner Gesinnung treu blieb.Die Nazis hatten ihn eindeutig auf den Kieker. In einem Aktenvermerk des Reichsbetriebsamtes war vermerkt: „…….er habe sich noch nicht zur nationalen Regierung bekannt und er bliebe seiner Gesinnung treu bis zum Tod…“

 

Es folgte seine Degradierung zum Schrankenwärter. 30 km von Weiden entfernt musste er nun zum halben Lohn einen Schrankenwärterposten besetzen. Damit hatte sich sein Berufswunsch, Lokführer, restlos erledigt. Seine Versuche, zurück nach Weiden zu kommen, scheiterten. Sein Bahnbetriebswerk meldete 1935, dass durch den „roten Rott der Werksfriede nicht gewahrt sei“.

 

1938 durfte Rott zurück nach Weiden, er wurde zur Bahnmeisterei zum Bahnbrückenbau versetzt und stand fortan im Visier der Nazis. Es hinderte ihn und seine Frau Anna nicht, Rosa Hoffmann über ein Jahr in einer kleinen Nische im Dachboden ihres Bahnwärterhäuschens zu verstecken. (Das Bahnwärterhaus existiert nicht mehr. Es stand dort, wo heute die Warenausgabe vom Mediamarkt ist unter der Autobahnbrücke.)

 

Das Ehepaar wusste sehr genau, was ihnen blühte, wenn Rosa bei ihnen entdeckt worden wäre. Darüber ließen die Nazis keinen Zweifel zu, was sogenannten „Judenfreunden“ blühte.

 

Nach 1945 prägte Nikolaus Rott Weiden entscheidend mit. Die US-Kommandantur berief ihn 1945 zum Berater für Oberbürgermeister Dr. Joseph Pfleger. Rott war aktiv in Ausschüssen zur Reorganisation von Betrieben und Entnazifizierung. 1952 wurde er Fraktionsvorsitzender der SPD, Stadtrat und blieb es bis 1960.

 

Nikolaus Rott verstarb 1989 im Alter von 97 Jahren. Da viele Unterlagen aus Unachtsamkeit verschwanden, sind Recherchen zu ihm schwierig.

Das Ehepaar Rott erfuhr nie eine Anerkennung, dass sie trotz der eigenen Bedrohung Rosa Hoffmann versteckten und damit sich selber akut gefährdeten.

 

Recherche Astrid Wieland

 

 

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